Regendecke Auswahlkriterien beim Kauf

  • Regendecke - wie dicht muss sie sein?

  • Materialien für eine Regendecke

  • Reißfestigkeit der Regendecke

  • Passform der Regendecke

Regendecke? Wasserfest, wasserabweisend oder wasserdicht?

Wenn Ihnen eine wasserfeste Regendecke angeboten wird, dann sollten sie erst einmal stutzig werden. Eine wasserfeste Regendecke? Wasserfest ist eigentlich nur Make-up oder Sonnencreme. Wasserfest bedeutet, dass es sich unter Einwirkung von Wasser nicht auflöst. Stoffe lösen sich prinzipiell nicht auf, wenn sie nass werden. Das ist selbstverständlich. Gemeint ist also nicht wasserfest, sondern wasserdicht oder wasserabweisend. Der Stoff einer Regendecke kann nur wasserabweisend oder wasserdicht sein. Eine wasserabweisende Regendecke hält das Wasser, wie der Name schon sagt, nur kurzzeitig ab. Wünschen Sie eine längere Dichtigkeit empfielt sich eine wasserdichte Regendecke. Die Dichtigkeit einer Regendecke wird mit der Höhe der Wassersäule angegeben.

Materialien für eine Regendecke:

Eine Regendecke kann aus den unterschiedlichsten Materialien hergestellt werden. Nachfolgend habe ich eine Übersicht zusammengestellt. Polyester wird sehr häufig bei der Produktion von Regendecken eingesetzt. Polyester hat den Vorteil, dass es sehr knitterarm und formbeständig ist. Ferner ist der Stoff meist sehr strapazierfähig und robust. Ein weiterer Vorteil liegt in der Lichtunempfindlichkeit und Mottenbeständigkeit, was gerade bei der Verwendung und Aufbewahrung einer Regendecke relevant sein dürfte. Der Stoff nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Polyester wird daher sowohl als Außenmaterial als auch Innenfutter gerne verwendet.

Auch Nylon kann bei einer Regendecke sowohl innen als auch außen zum Einsatz kommen. Auch Nylon hat eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit. Ferner ist es sehr widerstandsfähig gegen Verrottung und Schimmelpilze.

Beim Innenfutter einer Regendecke finden manchmal auch noch Baumwollstoffe Ihren Einsatz. Baumwolle ist zwar sehr fell- und hautfreundlich, hat aber den Nachteil, dass es sich sehr leicht voll Wasser saugen kann und auch sehr langsam trocknet. Wie wir aus der Sport-Funktionsbekleidung wissen ist für schweißtreibende Sportarten dieser Stoff weniger geeignet. Hier haben sich die Polyester-Funktionsstoffe durchgesetzt. Auch eine Regendecke erfordert eine hochatmungsaktive Stoffkombination, die auch im Zweifelsfall schnell wieder trocknet.

Reißfestigkeit der Regendecke

die meisten Pferde werden ja auf der Koppel nicht alleine gehalten, sondern mit Artgenossen. Stehen sie mehrere Pferde gemeinsam auf der Koppel, betreiben sie untereinander auch Fellkraulen. Dabei gehen die Pferde miteinander nicht gerade zimperlich um. Dieser natürliche Trieb bleibt auch bestehen, wenn die Pferde bei schlechtem Wetter draußen sind und wenn die Pferde eine Regendecke tragen. Aus diesem Grund sollte der Stoff einer Regendecke sehr strapazierfähig sein, um eine größtmögliche Haltbarkeit zu gewähren. Allerdings: Die unkaputtbaren Regendecken sind leider noch nicht erfunden worden bzw. solche Stoffe gibt es ja leider nicht. Die Reißfestigkeit einer Regendecke wird nicht, wie oft irrtümlich beworben, in Denier angegeben, sondern in Newton.

Denier (De, oder D) ist ein Maß für die Feinheit des Garnes, aus welchem der Stoff gewebt wurde. Die Angabe 600 Den heißt, daß 9.000 m dieses Garnes 600 g wiegen. Je geringer die Den-Zahl, umso feiner ist der Faden und er darauf gewebte Stoff. Folglich ist 1000er Gewebe aus einem stärkeren Faden als 500er Gewebe und hat eine gröbere Struktur.
Für Rucksäcke und Reisetaschen werden z.B. 500er oder 1000er Den Garnstärken verwendet, für Damenstrumpfhosen nur ca. 15 Denier!

Passform der Regendecke:

Bei der Auswahl der geeigneten Regendecke für das eigene Pferd ist die bestmögliche Passform sehr wichtig. Hierfür entscheidend ist nicht nur die gemessene Rückenlänge des Pferdes, sondern auch die Figur des Pferdes im Brust- Schulter- und Halsbereich. Je nach Regendecken – Schnitt gibt es hier erhebliche Unterschiede. Wir wissen, dass unsere Pferde auf der Koppel oder dem Paddock auch spielen und herumtoben oder sich wälzen und hinlegen. Da ist eine optimal sitzende Regendecke unerlässlich. Andernfalls würde eine schlecht sitzende Regendecke Scheuerstellen beim Pferd verursachen. Dies kann für das Pferd äußerst schmerzhaft werden und schlimmstenfalls sogar eine tierärztliche Behandlung aufgrund von Nervenentzündungen oder offenen Stellen im Bereich vom Widerrist (z.B. Widerristfisteln) erforderlich werden. Manche Pferde können sogar durch eine scheuernde Regendecke richtig lahm gehen. Dies muß auf jeden Fall vermieden werden.

Diese ganzen Probleme können aber nicht nur durch eine zu kleine und enge Regendecke zustande kommen, sondern auch durch eine zu große Regendecke.